Die Oper "Up ewig ungedeelt" des Ellerbeker Männerchors "Hardchor"

Ellerbek Rellingen | 04. März 2026 | Meike Liekefett, Thomas Erichsen
Wir unterstützen die Realisierung der Oper des Ellerbeker "Hardchors". Diese erzählt von den Problemen des Dorfes bei der Integration von Gefüchteten nach dem 2. Weltkrieg. Also ein Thema, das für Jung und Alt top-aktuell ist und daher jegliche Unterstützung und ein breites Publikum verdient.
Der Männerchor Hardchor aus Ellerbek auf dem Titelplakat ihrer Oper "Up ewig ungedeelt"
Der Hardchor auf dem Titelplakat ihrer Oper "Up ewig ungedeelt" | Hardchor, Ellerbek

In Ellerbek wird der Männerchor "Hardchor" eine Oper aufführen, die sich mit der Geschichte des Dorfes nach dem 2. Weltkrieg auseinandersetzt und dabei reflektiert, dass sich die Geschichte wiederholt und viele der damals Geflüchteten und heute hier Ansässigen dieselbe Situation aus entgegen­gesetzter Perspektive erleben, sich damit auseinander­setzen müssen. Die Oper "Up ewig ungedeelt" hat Freddi Sturm, der Leiter des "Hardchors" selbst geschrieben und getextet und bringt sie nun mit seinem Chor auf die Bühne. Eine sehr gelungene Auf­arbeitung des Themas, welches wir wichtig und unterstützenswsert finden und daher über den Kultur­verein mit einer Spende von 1.000 € fördern.

Für die Urauf­führung von "Up ewig ungedeelt" am Samstag, den 09.05.2026 in der kleinen Turnhalle in Ellerbek wünschen wir Freddi und dem "Hardchor" Toi-toi-toi.

Freddi Sturm schrieb uns hierzu:

Up Ewig Ungedeelt - Eine Oper in Ellerbek

Anfang Mai feiert die Männerchor-Oper “Up Ewig Ungedeelt” endlich Premiere. Und nun, wo fast jeder Platz belegt ist, alles fertig einstudiert ist und die Spannung steigt, möchte ich nochmal einen Blick zurück werfen.

Ende 2024 wurde in Ellerbek ein Thema heiß diskutiert, welches überall auf der Welt diskutiert wird. Es ging um die Unter­bringung zweier geflüchteter Familien. Die emotionalen Diskussionen waren für mich ein Anlass, mich mit der Geschichte meines Heimat­dorfes auseinander­zusetzen. Schließlich ist die Geschichte Ellerbeks, wie die vieler Gemeinden, auch eine Geschichte der Migration. In der Nach­kriegszeit hat sich die Dorf­bevölkerung nahezu schlag­artig verdoppelt.

Nach einigen Gesprächen über alte Dorf­geschichten im Chor stand für mich fest: Diese Geschichten möchte ich vertonen. Vor allem, weil sie nach wie vor brand­aktuell sind. Ich fing an erste Song Skizzen zu entwickeln, und diese immer in den Chor mitzu­bringen. Über den Winter und das Frühjahr entstand so das musikalische Material für eine ganze Oper. Im Schreib­prozess wurde mir schnell klar, dass wir als Chor unsere Werte und die Geschichte des Dorfes auf eine für uns gelegene Art und Weise präsentieren müssten. Somit kam mit etwas Fantasie das "Boßel-Narrativ" zustande und die Gattung der Oper wurde als Komödie festgelegt.

Die Monate vergingen und es wurde mir immer klarer, welchen Einfluss der Kern und Inhalt der Oper auf uns als Gruppe ausübte. Nicht in einem “mit erhobenem Zeige­finger” Sinne, sondern vielmehr, wie wichtig es ist, als Gruppe Werte zu benennen und sich gegenseitig zu vertrauen. Die Männer im Chor haben sich dadurch unfassbar musikalisch entwickelt und trotz manch anstrengender Probe dabei nie den Spaß verloren.

Nun haben wir mit Florian Lukas einen erfahrenen, wie bekannten Schau­spieler als Erzähler an unserer Seite, ein Profi-Orchester, welches der Stimmgewalt von 34 Männern wahrlich Konkurrenz beschert und ein komplettes Team an Ton- und Licht­techniker:innen, eine Dramaturgin und ein Medienteam. Doch die Profis, die dieses Projekt zu einer Groß­stadt Produktion auf dem Dorf werden lassen, könnten auch nicht alles geben, wenn nicht der Chor und viele Ehren­amtliche Helfer:innen das Projekt so gemeinsam getragen hätten.

Dank vieler Sponsoren und auch dank des Lions Club Ellerbek Rellingen, ist es überhaupt möglich, eine Oper in diesem Format in Ellerbek auf die Bühne zu bringen. Nun muss nur noch der letzte Schritt gegangen werden: Die Auf­führungen. Ich bin mir sicher, dass das was der Chor im Ein­studierungs­prozess durchlebt hat, genau unsere Botschaft für die Region ist.

Up Ewig Ungedeelt

Freddi Sturm
29.04.2026